Verteilanlage

für Rundfunk- und Navigationssignale

Die Becker Nachrichtentechnik realisierte für einen deutschen Automobilhersteller eine Verteilanlage für Rundfunk- und Navigationssignale mit mehreren Hundert kabelgebundenen Anschüssen.

Im Jahre 2013 wurde an die Becker Nachrichtentechnik die Anfrage über die Lieferung einer Verteilanlage für Rundfunk und Satellitennavigationssignale gestellt. Es sollen sowohl Rundfunksignale wie AM, FM, IBOC, DAB3 und DVB-T, die über Antennen auf dem Dach des Gebäudes empfangen werden als auch Rundfunksignale wie SDARS, die über Antenne in Deutschland nicht verfügbar sind, zusammen mit den Navigationssignalen GPS, Glonass und Galileo auf mehrere Hundert Arbeitsplätze verteilt werden. Die Pegelverhältnisse an den einzelnen Arbeitsplätzen sollen vergleichbar sein, damit eine ortsunabhängige Reproduzierbarkeit gewährleistet werden kann. Signale, die lokal nicht verfügbar sind, werden mit Generatoren erzeugt und den von den Antennen stammenden Livesignalen hinzugefügt, sodass an den Arbeitsplätzen alle benötigten Rundfunk- und Navigationssignale zur Verfügung stehen. In speziellen Bereichen wie Präsentationsbereichen oder Werkstätten sollen die Signale über Luftschnittstelle abgestrahlt werden.

Der Kunde entschied sich für eine breitbandige 50 Ohm Signalverteilung in Koaxialkabeltechnik. Gegenüber handelsüblichen optischen Verteilsystemen verfügen diese über deutliche bessere Eigenschaften bezüglich der Systemdynamik.

Zunächst wurden auf Basis von Bauplänen Dämpfungspläne für die HF-Kabel der verschiedenen Stockwerke erarbeitet. Danach wurde auf Basis der aktiven Breitbandsignalverteiler der WSDU Serie von Becker Nachrichtentechnik ein Verteilkonzept erstellt. Mit den HF-Eigenschaften der aktiven Verteilkomponenten im Zusammenhang mit den Dämpfungswerten der HF-Kabel wurde ein Gesamtpegelplan der Verteilanlage angefertigt, in dem auch die Dynamikeigenschaften der Anschlüsse der einzelnen Arbeitsplätze mit kalkuliert wurden.
Die von den Antennen auf dem Dach des Gebäudes empfangenen Livesignale werden breitbandig mithilfe der aktiven Signalverteiler der WSDU Serie der Becker Nachrichtentechnik auf die verschiedenen Stockwerke verteilt. In den Stockwerken wurden modulare, aktive Unterverteilungen installiert, die auf die verschiedenen Arbeitsplätze in den Stockwerksebenen verteilen.
Die synthetisch erzeugten Signale der Generatoren werden über die aktiven WSCU-Signalcombiner der Becker Nachrichtentechnik in den entsprechenden spektralen Bereichen mit den Livesignalen der Antennen überlagert.
Um dynamische Navigationsszenarien zu ermöglichen, werden in einigen Arbeitsbereichen die GNSS-Livesignale der Dachantenne durch GNSS-Simulatorsignale substituiert. Dazu werden mithilfe der fernsteuerbaren RSWU-Schalterserie die Livesignale über L1-Band Notchfilter unterdrückt und durch GNSS Generatorsignale ersetzt.
Das gesamte HF-Spektrum der Infotainmentsignale wird im Frequenzmultiplex über ein Koaxialkabel zu den Prüflingen übertragen. Die Speisung der unterschiedlichen HF-Tunereingänge der Prüflinge erfolgt über den Frequenzmultiplexer FDMX an jedem Arbeitsplatz. Die FDMX stellt gleichzeitig auch die Gleichspannungslasten für die Simulation aktiver Antennen für die Prüflinge dar.

Die Abstrahlung über Luftschnittstelle in den Präsentationsbereichen und den Werkstätten erfolgt über Leckwellenleiter, die von Breitbandverstärkern der AMP-Serie gespeist werden. Die durch das Gebäude verursachte Dämpfung beträgt je nach Frequenzband bis zu 40 dB. Durch die Abstrahlungen der Rundfunksignale über Leckwellenleiter wird in diesen Bereichen der Empfang über die Fahrzeugantennen ermöglicht.

Mit der Verteilanlage für Rundfunk- und Satellitennavigationssignale stehen an mehreren Hundert Arbeitsplätzen Multiband HF-Signale für die Versorgung von modernen Car Infotainment Komponenten über Kabel in sehr guter Qualität zur Verfügung. Zusätzlich werden in verschiedenen Bereichen HF-Signale über Luftschnittstelle abgestrahlt. Die Anlage wird ständig erweitert, um neuen Anforderungen und geänderten Infrastrukturen gerecht zu werden.

letzte Änderung: 09.05.2017